Grundregeln der TZI (Themenzentrierte Interaktion)

 

Ruth Cohn hat in ihrem Werk "Von der Psychoanalyse zur Themenzentrierten Interaktion" eine Reihe von Regeln erarbeitet, die in jedem Team zu einer effektiveren und für alle beteiligten angenehmeren Arbeitsweise führen können.

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In der Ich-Form reden

  • vertritt Dich selbst in Deinen Aussagen; sprich per "Ich" und nicht per "Wir" oder per "Man"
  • es geht darum, dass der Sprechende die volle Verantwortung für das gesagte übernimmt und sich nicht hinter der Allgemeinheit versteckt

Motivation und Hintergrund von eigenen Fragen transparent machen

  • wenn du eine Frage stellst, sage, warum du fragst und was deine Frage für dich bedeutet
  • sage dich selbst aus und vermeide das Interview

Bewusstsein über die eigenen Beiträge und Befindlichkeiten haben

  • sei authentisch und selektiv in deinen Kommunikationen
  • mach dir bewusst, was du denkst und fühlst, und wähle, was du sagst und tust

Möglichst nicht interpretieren

  • halte dich von Interpretationen von anderen so lange wie möglich zurück
  • sprich statt dessen deine persönlichen Reaktionen aus

Keine Verallgemeinerungen

  • sei zurückhaltend mit Verallgemeinerungen
  • "immer kommst du zu spät", "nie lässt du mich ausreden"; solche Verallgemeinerungen unterbrechen den Gruppenprozess und führen oft zu Abwehrreaktionen oder Gegenangriffen

Persönliche Eindrücke deutlich kennzeichnen

  • wenn du etwas über das Benehmen oder die Charakteristika eines anderen Teilnehmers aussagst, sage auch, was es dir bedeutet, dass er so ist, wie er ist (d.h. wie du ihn siehst)

Störungen haben Vorrang

  • Seitengespräche haben Vorrang. Sie stören und sind meist wichtig. Sie würden nicht geschehen, wenn sie nicht wichtig wären
  • sie können neue Anregungen bringen, Unklarheiten herausstellen, Missverständnisse verdeutlichen oder auf eine gestörte Interaktion (Beziehung) hinweisen

Es redet immer nur einer

  • nur einer zur gleichen Zeit
  • Niemand kann mehr als einer Äußerung zur gleichen Zeit zuhören
  • Auch nonverbale Äußerungen, wie Gesten oder starke Mimik können so ablenkend sein, dass die Akteure darauf verzichten sollten, während jemand anderes spricht

Bei Überschneidungen von Redebeiträgen, kurze Sammlung der Stichpunkte

  • wenn mehr als einer gleichzeitig sprechen will, verständigt euch in Stichworten, über was ihr zu sprechen beabsichtigt

Beachte die Körpersignale

  • Beobachte eigene und fremde Körpersignale

 

Lebensfunken

 

 "Ich glaube,

dass wir einen Funken jenes ewigen Lichts

in uns tragen,

das im Grunde des Seins leuchten muss und das unsere schwachen Sinne

nur von ferne ahnen können. 

Diese Funken in uns zur Flamme werden zu lassen und

das Göttliche in uns

zu verwirklichen 

ist unsere höchste Pflicht."

 

Johann Wolfgang von Goethe